Institute for
HSR

Freiraum und Gärten

Das ILF unterstützt Gemeinden und Kantone bei der Planung und Entwicklung von Freiräumen innerhalb der Siedlungen. Eine besondere Bedeutung erhält die Siedlungsökologie sowie die Verbindung von Biodiversität und Gestaltung. Wesentliche Aufgabe ist dabei die Analyse der unterschiedlichen Nutzungsansprüche und deren Abwägung bei der Realisierung von Projekten. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Verwendung von Pflanzen als wichtigem Gestaltungselement sowie der Einsatz innovativer Konstruktionstechniken und neuer Materialien im Garten- und Landschaftsbau.

 

Auflistung Projekte


R E F E R E N Z P R O J E K T E

Ökologische und soziale Potentiale und Grenzen verdichteter Freiräume.
Reallabor Raum & Landschaft Schweiz

Den aktuell wachsenden Herausforderungen für die Freiraumentwicklung durch Starkregenereignisse, Hitzewellen, schwindende Biodiversität sowie durch Fragen der Erholung und des Zusammenlebens in der Stadt der Zukunft kann bei zunehmender Dichte nur durch integrale Ansätze begegnet werden. Grundlagen und Erkenntnisse liegen jedoch weitgehend in sektoraler Form vor. Kern des interdisziplinären Projektes ist daher eine Dokumentation, Verknüpfung und Erweiterung der sektoralen Qualitätsdiskussionen für eine integrale Sicht auf Freiraumtypen und -netzsystemen. Die methodische Vorgehensweise stützt sich auf Literaturrecherchen, Bestandsanalysen in Referenzquartieren und Testentwürfe im Sinne des HSR-Reallabors. Die Implementierung in die Praxis erfolgt, indem Ansätze für eine hohe, integrale Leistungsfähigkeit entwickelt und die Verankerung im Planungsprozess bzw. –instrumenten empfohlen wird. Als Produkt wird ein Handbuch „Dichte Frei-Räume“ vorgelegt.

 

Auftraggeber
HSR Hochschule für Technik Rapperswil
Finanzierung
HSR Hochschule für Technik Rapperswil
Projektleitung
Prof. Dr. Susanne Karn, Prof. Dr. Christoph Küffer, Prof. Heidi Berger Burger (Co-Leitung)
Projektmitarbeit
Christine Bai, Dominik Fritschi, ILF
Livia Buchmann, IRAP
Kevin Vega (Doktorand ETH)
Projektlaufzeit
04.2018 - 12.2020


Wohnumfeldqualität: Kriterien und Handlungsansätze für die Planung

Die Sicherung und Entwicklung von Wohnumfeldqualität bei baulicher Verdichtung stellt Planungsbüros sowie kommunale Planungs- und Baubehörden vor grosse Herausforderungen. Innenentwicklungsprojekte von Gemeinden scheitern häufig im politischen Abstimmungsprozess und an der Zustimmung der betroffenen Bevölkerung. Was aber macht eine gute Wohnumfeldqualität bei baulicher Verdichtung aus? Wie lässt sich diese über geeignete Planungsinstrumente und -prozesse innerhalb bestehender Bau- und Eigentumsstrukturen realisieren? Antworten darauf gibt ein Handbuch Wohnumfeldqualität und -planung. Dazu wurde ein systematisierter Kriterienkatalog als Beurteilungsgrundlage von Wohnumfeldqualität bei baulicher Verdichtung erarbeitet und Steuerungsansätze für die Wohnumfeldplanung entwickelt und erprobt. Weitere Informationen zum Projekt unter: www.wohnumfeld.ch

 

Auftraggeber
Innosuisse - Schweizerische Agentur für Innovationsförderung
Finanzierung
Innosuisse - Schweizerische Agentur für Innovationsförderung
Projektpartner
Städte Zürich, Schlieren, Gemeinden Herisau, Muri bei Bern
Regionalkonferenz Bern-Mittelland
Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein (SIA)
Bund Schweizer Landschaftsarchitekten (BSLA)
Vereinigung für Landesplanung (VLP)
ERR Raumplaner AG
Metron AG
Planpartner AG
Schweizerische Vereinigung für Landesplanung (VLP)
Center for Urban and Real Estate Management (CUREM)
Projektleitung
Raimung Kemper, Nicola Roggo, IRAP
Projektmitarbeit
Prof. Dr. Susanne Karn, Christine Bai, Ursina Liembd, ILF
Prof. Dr. Joachim Schöffel, Raimund Kemper, Mirjam Landwehr, Nicola Roggo, IRAP
Prof. Dr. Christian Reutlinger, Nicola Hilti, Thomas Schmid, FHSG IFSA
Projektlaufzeit
01.2016 - 03.2018


Grüne Freiräume für alle! Inklusive Planung und Gestaltung für Menschen mit Mobilitäts- und Sinnesbehinderungen - ein Leitfaden

Öffentliche Freiräume sind Räume mit hohem Potential für soziale Inklusion – also Räume, in denen soziale Vielfalt erfahrbar ist. Die Teilhabe aller sozialen Gruppen steht im Fokus der Stadtentwicklung des 21. Jahrhunderts, Menschen mit Behinderungen sind in öffentlichen Freiräumen – gemessen an der Gesamtbevölkerung – indessen untervertreten. Um Menschen mit Mobilitäts- oder Sinnesbehinderungen eine angenehme Nutzung von Parkanlagen zu ermöglichen und die Nutzungshäufigkeit zu erhöhen, müssen in der Planung, Gestaltung und Pflege einige wichtige Punkte beachtet werden: Inklusive Gestaltung bedingt einen Perspektivenwechsel. Voraussetzung dafür ist eine intensive Auseinandersetzung mit den spezifischen Bedingungen, die Menschen mit Behinderungen an einen Freiraum stellen. Lebensqualität und Inklusion stellen sich nicht durch einmalige Aktivitäten ein, sondern basieren auf einem Prozess, der zu kreativen und neuen Lösungen führt. Dieser Prozess muss koordiniert und begleitet werden. Partizipation braucht es in allen Planungs- und Nutzungsphasen. Damit partizipative Prozesse für die Beteiligten konstruktiv gestaltet sind, müssen beispielsweise jegliche Informationen für alle frei und gut zugänglich sein. Nur wenn alle Beteiligten das Leitbild tragen, kann sich im Freiraum ein inklusives Zusammenleben entfalten. Ein auf Inklusion beruhendes Leitbild für die Gestaltung, Planung und Pflege eines Freiraums benennt sowohl langfristige als auch kurzfristige Ziele. Für inklusive Freiräume sind folgende Zielstellungen von Bedeutung:

• die Stärkung des Sinneserlebens
• die differenzierte Gestaltung hinsichtlich Mobilität und Geschwindigkeit
• die Optimierung von Erreichbarkeit und Orientierung
• die Förderung der Belebung und Interaktion

Um die definierten Zielsetzungen und Qualitäten auf lange Sicht zu erhalten und auch weiterzuentwickeln das Monitoring und die Evaluation (von sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Aspekten) eine zentrale Rolle. Wenn Menschen mit Behinderungen mitreden und mitgestalten, wird das Zusammenleben gestärkt und die Qualität der Freiräume für alle Menschen gesteigert.

Der Leitfaden ist als Teilprodukt im Rahmen des interdisziplinären Projekts „Öffentliche Grünräume für Menschen mit körperlichen Behinderungen“ von 2015 bis 2018 unter der Leitung der Hochschule für Technik Rapperswil (HSR) entstanden. Das Gesamtprojekt wurde durch die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) initiiert und geleitet. Weitere Informationen zum Gesamtprojekt finden Sie unter: www.zhaw.ch/iunr/inklusion

 

Auftraggeber
Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (EBGB)
Finanzierung
Eidgenössisches Büro für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen (EBGB)
Projektpartner
AGILE:CH, Organisation von Menschen mit Behinderungen
Schweizerischer Blindenbund (SBb)
Schweizerische Fachstelle für behindertengerechtes Bauen (SFBB)
Schweizer Paraplegiker-Forschung (SPF)
Bund Schweizer Landschaftsarchitekten und Landschaftsarchitektinnen (BSLA)
Vereinigung Schweizerischer Stadtgärtnereien und Gartenbauämter (VSSG)
Projektleitung
Susanne Karn
Projektmitarbeit
Christine Bai, ILF
Florian Brack, Reto Hagenbuch, Martina Weiss, Roger Wellinger, Deborah Wütschert, ZHAW Forschungsgruppe Freiraummanagement
Hans Wydler, ZHAW Forschungsgruppe Grün und Gesundheit
Projektlaufzeit
2015 - 2018 

 

Leitfaden Grüne Freiräume für alle! 

 

 


Urbane Baumkonzepte für die Schweizer Städte der Zukunft

Klimawandel, Schädlinge, gekürzte Budgets für die Pflege, wachsende Erwartungen an Ästhetik und Biodiversitätsförderung: Welche Stadtbäume können alle diese Erwartungen in Zukunft noch erfüllen? Der Hitzesommer 2015 hat einmal mehr gezeigt, welche grossen Herausforderungen auf Schweizer Städte und Gemeinden warten, um den Bestand der Strassenbäume zu erhalten. Um die richtige Strassenbaumwahl zu treffen, müssen Kompetenzen aus der Pflanzenverwendung, Gestaltung und Ökologie integriert werden. Dafür bietet das ILF das nötige Know-how und praxistaugliche Instrumente.

 

Im Moment adaptieren und erweitern wir für die Schweiz ein Pflege- und Entwicklungskonzept für zukünftige Baumbestände auf öffentlichem Grund, welches 2013 für Hamburg entwickelt wurde. In einer ersten Anwendung erarbeiten wir in 2016 ein neues Baumkataster für die Stadt Rapperswil – Jona und ihre ca. 3000 Bäume auf öffentlichem Grund.

Auftraggeber
Stadt Rapperswil – Jona, Hochbau und Planung

Projektleitung
Mark Krieger

Projektmitarbeit

Viola Thiel

Marcel Metzger

Projektlaufzeit
laufend


Förderung und Vernetzung von Biodiversität in Städten

Die einheimische Biodiversität ist in Schweizer Städten hoch. Aus diesem Grund und weil die Siedlungsfläche weiter zunimmt, sind Siedlungsgebiete in den Fokus des Naturschutzes in der Schweiz gerückt. Eine grosse Herausforderung ist dabei, dass die Populationen vieler Arten im Siedlungsraum klein und fragmentiert sind. Durch die Verdichtung von Städten nimmt diese Fragmentierung weiter zu. In diesem Projekt untersuchen wir, ob die Populationen von Wildpflanzen in der Stadt Zürich langfristig überlebensfähig sind und ob Genfluss zwischen den verschiedenen Populationen stattfindet. Zudem werden auch Erfolgskontrollen zu spezifischen Fördermassnahmen (wie Ansaat von Wildpflanzen) durchgeführt als Grundlage für ein langfristiges Monitoring. Dafür wenden wir Methoden der Vegetationskunde, Pflanzenökologie und Naturschutzgenetik an. Aufgrund dieser Daten werden wir anhand von Karten evaluieren, was ein zusätzlicher Verlust von wertvollen Naturstandorten als Folge einer weiteren Verdichtung für Auswirkungen auf die Überlebensfähigkeit von Wildpflanzen im Siedlungsraum hat, und andererseits wo zusätzliche Naturstandorte als Trittsteine die Vernetzung der Biodiversität in der Stadt Zürich am effektivsten stärken würde.

 

Diese Karten der ökologischen Vernetzung bilden die Grundlage für die Entwicklung von planerischen und gestalterischen Massnahmen zur Förderung von Biodiversität in der Stadt Zürich, welche ökologische, gestalterische und soziale Aspekte gleichermassen berücksichtigen. Das Projekt baut auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Ökologen der ETH Zürich, Landschaftsarchitekten und Planern der HSR Rapperswil, und der Praxis (Abteilung Naturschutz, Grün Stadt Zürich).

Finanzierung
PSC-Mercator Fellowship Program “Bridging Plant Science and Society”, Stiftung Mercator Schweiz 

Projektpartner
Grün Stadt Zürich
ETH Zürich

Projektleitung
Christoph Küffer

Projektmitarbeit
Kevin Vega (Doktorand)

Projektlaufzeit
August 2016 – August 2020


Erholungsbezogene Waldentwicklung in urbanen und suburbanen Räumen der Schweiz

Im Forschungsprojekt „Erholungsbezogene Waldentwicklung“ wurde vor dem Hintergrund zunehmender Innenverdichtung der Schweizer Siedlungsräume nach neue Möglichkeiten für die Schaffung und Gestaltung neuer Erholungsangebote in Wäldern urbaner und suburbaner Räumen gesucht. Die Arbeit baute auf den Erfahrungen im nationalen und internationalen Rahmen auf, um angemessene Lösungen für Referenzgebiete in der städtischen Peripherie und wachsenden Agglomerationsgemeinden zu testen und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten.

 

Durch die heutige, anhaltende Siedlungsentwicklung wächst die Freizeit- und Erholungsnutzung seit einigen Jahren im Wald an. Die grosse Bedeutung des Waldes für die Erholung konnte wissenschaftlich untermauert werden. Auch der Zusammenhang zwischen der Wohnstandortwahl und hochwertigen Naturräumen in der Nähe der Siedlungsgebiete ist bekannt. Städte und Gemeinden müssen daher ein Interesse daran haben, siedlungsnahe Wälder im Rahmen der baulichen Verdichtung als wichtige Ressource für das Wohlbefinden der Bevölkerung, aber auch als positiven Standortfaktor zu erhalten und zu entwickeln.

 

Zwei Forschungsfrage standen im Zentrum:
- Welche Qualitäten sind für Erholungswälder in Zukunft von Bedeutung?
- Welche Faktoren tragen zur Umsetzung dieser Qualitäten bei?

Auftraggeber
Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI
European Cooperation in Science and Technology COST, Action FP 1024

Projektleitung
Susanne Karn

Projektmitarbeit
Michael Schulze

Christine Bai

Projektlaufzeit
Januar 2015 - Januar 2017


Freiraumnetze in Agglomerationsgemeinden

Freiraumproduktionen in sozial- und planungswissenschaftlicher Perspektive

Die fortschreitende Zersiedelung und Verknappung der Landreserven in der Schweiz setzt die Frei- und Erholungsräume sowohl in urbanen Zentren als auch in suburbanen Siedlungsgebieten unter Druck. Vermehrt kommen gesellschaftliche Funktionen und der Stellenwert funktionierender Freiraum ins öffentliche Bewusstsein und in die fachliche Diskussion. Damit verbunden sind Forderungen nach neu zu konzipierender, verdichteter Siedlungsentwicklung und "Neuen Urbanen Qualitäten" (Schweizerischer Nationalfonds 2011). Zugleich werden Fragen nach neuen Strategien und Lösungsansätze der Freiraumplanung drängend.

Auftraggeber
Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung 

Projektleitung
Susanne Karn

Projektmitarbeit
Michael Schulze

Christine Bai

Projektlauftzeit
August 2013 - September 2015

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